Oder: Warum heutzutage erst Recht.

Ich gebe zu: Wenn die Arbeit im Lektorat so wäre, dass man tagsüber bei Sonnenschein mit den Autoren Kaffee trinkt, wäre es wohl einer der entspanntesten Jobs der Welt. Das Bild oben gibt die Realität nicht genau wieder (leider!). Es zeigt aber sehr schön, dass die gemeinsame Arbeit am Text ein Miteinander und kein Gegeneinander ist.

Die eigenen Werke im Selbstverlag zu veröffentlichen wird immer beliebter. Besonders für Hobbyautoren, die sich gerne in der Belletristik „austoben“, war es nie einfacher die eigenen Texte zu veröffentlichen. Amazon, Apple und Co. bieten alle Plattformen an, auf denen man die selbstgeschriebenen Bücher einer breiten Masse verkaufen kann. Und inzwischen tummeln sich sogar große Verlage in diesem Bereich und bieten beispielsweise die Möglichkeit an, auf ihren Seiten E-Books zu veröffentlichen, die bei Erfolg auch „richtig“ gedruckt werden.

Warum dann also noch ein Manuskript mit dem Stempel „unverlangt eingesandt“ an einen Verlag schicken, wenn es im digitalen Zeitalter so einfach geht? Diese – inzwischen fast schon rhetorische – Frage möchte ich heute nicht beantworten. Auch ich sehe die Vorteile des Selbstverlages und finde die Entwicklung spannend, vor allem für die Belletristik!¹

Dieser Beitrag heißt deshalb auch nicht „Wieso man heutzutage noch einen Verlag braucht“, sondern „Warum man heutzutage ein Lektorat braucht“ – mit ausdrücklicher Betonung der Lektoratsarbeit. Denn leider stellen sich bei mir regelmäßig die Zehnägel auf, wenn ich Romane aus dem Selbstverlag lese.