Heute: In eigener Sache als Leserin! 😉

Ursprünglich wollte ich mir dieses Beitragsthema noch etwas aufheben. Doch nachdem ich mir diese Woche wieder mal ein E-Book gekauft und eine Stunde lang mit dem Dateiformat gekämpft habe, juckt es mir jetzt in den Fingern!

So wie auf den folgenden Fotos sah mein für 20 Euro gekauftes E-Book auf dem Reader aus: Kaum lesbar und beim Zoomen waren die halben Sätze weg. Nervig!

Deshalb möchte ich dir heute zeigen, wie du für deine Leser so einen Ärger vermeidest! Denn auch die Möglichkeit entspannt zu lesen, trägt zur positiven Bewertung deines Buches bei. 🙂

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Zu kleine Schrift eignet sich nicht zum entspannten und schönen Lesen…

PDFs auf dem Reader

Wenn die Schrift in einer PDF zu klein ist und man zoomen muss, verschwindet Text hinter dem Rand.

E-Book-Formate: Welche gibt’s und was macht Sinn?

Es gibt drei Formate, die sich durchgesetzt haben: Die PDF, das ePub sowie die Amazonformate AZW und KFX.

Die PDF

    Die PDF muss ich hier sicher nicht genauer erklären. Wer diesem Dateiformat noch nie begegnet ist, muss sich woanders schlau machen (zum Beispiel hier). 😉
    Aber obwohl das Format so bekannt und beliebt ist, möchte ich euch einen wichtigen Hinweis mitgeben, wenn ihr darüber nachdenkt, euer Buch ausschließlich als PDF anzubieten – so wie es die Autorin des E-Books gemacht hat, mit dem ich gestern Abend eine Stunde lang gekämpft habe.
    Das PDF-Format arbeitet mit einem festen Layout, das heißt, dass Absätze und Textgröße genau definiert sind und sich nicht automatisch an andere Bildschirmformate anpassen. Wenn ihr euer E-Book also zum Beispiel über eure eigene Homepage an alle Interessenten verkauft und dafür das PDF-Format verwendet, wisst ihr nicht, wie der Kunde euer Buch liest (also auf welchem Gerät) und ob die PDF für ihn die optimale Lösung ist!
    Beispiel

      Ihr verkauft einen Ratgeber als PDF über eure eigene Homepage. Der Leser kauft die PDF und will sie sowohl auf dem Handy als auch auf dem Tablet oder dem E-Reader lesen können, weil er gerne im Zug auf dem Weg zur Arbeit liest. Das PDF-Format ist zum Lesen auf diesen Endgeräten nicht optimal, da sich das Seitenlayout nicht automatisch an die Displaygröße anpasst.

      Ja, Leute die auf dem Handy lesen, sind vielleicht noch selten, aber ich selbst mache es immer öfter und sehe auf meinen Zugfahrten als Pendlerin immer mehr Menschen (auch ältere), die das Handy zum Lesen nutzen. Es hat einfach zwei Vorteile: Man hat es eh immer dabei und es nimmt keinen Extraplatz weg.

      Aber abgesehen von den noch spärlich vertretenen Handylesern, kann das Lesen einer PDF-Datei auch auf dem E-Reader oder Tablet nicht optimal sein. Mich persönlich nervt es zum Beispiel sehr, wenn die Schriftgröße zu klein ist und ich deshalb in die PDF rein zoomen muss. Die Geduld verliere ich endgültig, wenn ich soweit rein zoomen muss, dass der Ausschnitt so groß wird, dass ich zum Lesen einer einzelnen Zeile auch noch scrollen muss!

      Deshalb meine Tipps, wenn ihr nur das PDF-Format nutzen wollt:

      • Achtet auf eine gut lesbare Schriftart und -größe
      • Testet erst selbst auf allen möglichen Endgeräten, wie sich die PDF verhält, bevor ihr in den Verkauf geht!
      • Lest jetzt weiter, damit ihr noch den Tipp mitbekommt, wie ihr wirklich alle Leser zufrieden stellen könnt. 😉

      Vorteile des PDFs Formats:

      • Jeder kennt es und weiß damit umzugehen.
      • In der Regel hat jedes Endgerät bereits ein Programm zum Lesen der PDF installiert und der Leser muss nichts mehr tun.
      • Kann schnell und kostenlos mit diversen frei verfügbaren Programmen erstellt werden.
      • Wichtigster Punkt, wenn dein Buch neben Text auch Grafiken, Bilder und andere Elemente enthält: Das Layout bleibt immer gleich. Du kannst dir sicher sein, dass der Kunde genau deine gewünschte Darstellung (Seitenumbrüche, Schriftart etc.) erhält!

      Links für weitere Informationen:

      Das ePub

        ePub ist die Kurzform für electronic publication. Dieses Format ermöglicht – im Gegensatz zum PDF – dass sich der Text an die Bildschimgröße des Endgeräts anpasst. Der Leser muss die Anpassung also nicht jedes Mal selbst vornehmen, sondern (simpel gesagt) die Datei passt sich selbstständig (dynamisch) an das Tablet, das Handy oder den E-Reader an.
        Beispiel

          Du hast einen Reiseführer geschrieben, denn du auf deinem Blog verkaufen möchtest. Deine Zielgruppe wird den Reiseführer vermutlich für einen Urlaub kaufen und unterwegs dabei haben. Und wer druckt sich heutzutage noch eine PDF aus oder liest nur auf dem PC/Laptop? Optimalerweise bietest du deinen Lesern den Reiseführer als ePub an, denn so wird der Text auch auf Handy-Bildschirmen und E-Readern gut lesbar – und deine Leser können sich z.B. deine Hintergrundinfos zu Denkmälern durchlesen, während sie selbst direkt davor stehen!

          Heutzutage gibt es so viele verschiedene Arten digital zu lesen. Du solltest deshalb wissen, wie deine Zielgruppe tickt und dann versuchen, sie möglichst einfach abzuholen. Denn wie schnell und gut wir einen Text zur Verfügung haben, beeinflusst auch unser Lesevergnügen. Wer liest schon gerne 120 Seiten in Schriftgröße 9? Behalte deshalb immer im Hinterkopf, dass nicht nur der Inhalt, sondern auch die Darstellung zählt, wenn es um zufriedene Leser geht!

          Meine Tipps, wenn ihr nur das ePub-Format nutzen wollt:

          • Das ePub-Format ist weit verbreitet und eine gute Alternative zur PDF. Du musst dir zum Beispiel keine Gedanken darüber machen, ob du eher Apple- oder Android-Anhänger unter deinen Lesern hast.
          • Aber: Von Amazon – und somit von Kindlegeräten – wird das Format nicht unterstützt. Wenn du dein Buch über Amazon verkaufen möchtest, musst du dort zusätzlich das amazoneigene AZW oder KFX-Format anbieten.

          Vorteile des ePubs-Formats:

          • Dynamische Anpassung des Layouts an das Endgerät (Schriftgröße, Seitenrand usw.).
          • Dem Leser wird das ePub mit dem ersten Öffnen des Buches sofort schön dargestellt. Lesequalität und somit Lesevergnügen und Zufriedenheit steigen!
          • Keine Probleme mit Apple, Kindle oder Windows: Es ist unabhängig vom Betriebssystem

          Links für weitere Informationen:

          Die Amazonformate AZW und KFX

          Beispiel

            Du möchtest keinen Aufwand betreiben und dein Buch nicht auf einer eigenen Homepage vertreiben. Dir reicht es, wenn du im Selbstverlag auf Amazon zu finden bist!

            Amazon hat zwei große Vorteile: Sein Kindle unlimited Modell und die Möglichkeit als Autor im Selbstverlag schnell und einfach Bücher zu veröffentlichen.

            Meine Tipps, wenn ihr nur das dieses Format nutzen wollt:

              Überleg dir, ob du damit alle potentiellen Leser erreichst oder ob du doch noch zusätzliche Wege, zum Beispiel über einen eigenen Blog, gehen möchtest. Dann solltest du mindestens noch die PDF erstellen und zum Verkauf anbieten. Denk dabei aber bitte an meine Tipps zur Schriftgröße und Randbreite – sonst hast du nachher noch unzufriedene PDF-Kunden und das möchten wir ja auch nicht. 🙂
              Vorteile der AWZ- und KFX-Formate:

              • Kindle ist auch auf anderen Endgeräten verfügbar, z.B. gibt es die Kindle Smartphone-App für Android und iOS. Die Möglichkeit Nicht-Kindle-Leser trotzdem zu erreichen, ist also da.
              • AWZ und KFX werden allerdings nicht von anderen E-Book-Readern, wie z. B. Tolino, unterstützt. Es gibt zwar Programme mit denen sich der Kunde Dateiformate umwandeln kann, meist bringt das aber viel Aufwand und eventuell auch Kosten mit sich. Ob das Leser wirklich auf sich nehmen, nur um dein Buch zu lesen? Ich würde mich darauf nicht unbedingt verlassen.

              Links für weitere Informationen:

              • Die Amazonseite für alle, die Amazon-Autoren werden möchten.
              • Eine Anleitung, um ePubs ins Kindleformat zu formatieren (und andersherum).

              Fazit

              Verlass dich nicht darauf, dass deine Leser sich mit den technischen Aspekten auskennen und zum Beispiel wissen, wie sie Dateiformate umwandeln können! Mach es deinen potentiellen Kunden deshalb so einfach wie möglich! Umso besser bleibt nicht nur der Inhalt sondern auch die “Einfachheit des Lesens” im Kopf und bereitet ein positives Lesevergnügen.

              Meine Empfehlung ist es immer, direkt alle Dateiformate zu erstellen, wenn dein Buch fertig ist. Es gibt zum Beispiel verschiedene Programme, die dir dabei helfen. Ich stell sie dir gerne beim nächsten Mal genauer vor!

              Liebe Grüße
              Su

              Photo by Aliis Sinisalu on Unsplash