Mein zweiter Lesetipp ist ein kompletter Autorentipp. Ich habe inzwischen fünf Bücher von ihr gelesen und fand jedes davon richtig gut geschrieben. Die Rede ist von der irischen Autorin Lucinda Riley. Sie hat eine Romanserie über sieben Schwestern entworfen, wobei jedes Buch die Geschichte einer anderen Schwester erzählt.

Was macht sie aus?

Ganz einfach: Ihre Erzählungen sind sehr gut durchdacht!

Es sind keine „mal eben“ herunter geschriebenen Geschichten, sondern ausführliche Romane mit gut recherchierten Hintergrundgeschichten. In der Romanreihe hat zum Beispiel jede Schwester eine eigene Familiengeschichte aufzuarbeiten, da jede von ihnen adoptiert wurde. Mal führt die Vergangenheit nach Brasilien, mal nach Skandinavien und mal ist die Geschichte eng mit der Architektur verbunden, und dann führt sie uns in die Vergangenheit von Musik- oder Literaturgrößen.

Alle Handlungen haben gemeinsam, dass sie einen echten historischen Bezug haben. Ich kann mir vorstellen, wie aufwendig der Rechercheaufwand dahinter gewesen sein muss. Immerhin ist es schon bei einem Roman schwierig, wenn man echte Begebenheiten korrekt einbauen möchte.

Was kann man für die eigene Schreibe lernen?

Normalerweise langweilt es mich schnell, wenn Autoren immer die gleiche Art des Romanaufbaus haben. Bestes Beispiel ist John Grisham: Kennst du einen, kennst du alle. 😉

Lucinda Riley variiert die Geschichte in jedem Buch der Serie durch den individuellen historischen Hintergrund, die Eigenschaften des Hauptcharakters und die Settings der Handlung. Anders gesagt: Es geht eben nicht immer nur um Anwälte und Richter mit Konten auf den Cayman Islands.

Größter Lernfaktor: Charakterentwicklung

Und was Lucinda Riley über die ganze Serie hinweg toll schafft, ist es, die Charakteren der Schwestern weiterzuentwickeln!

In den ersten Romanen trat eine der Schwestern immer als ruhige Nebenrolle auf, die nie von selbst spricht und sehr zurückgezogen war. Als ihre Geschichte in Band 3 („Die Schattenschwester“) erzählt werden sollte, war ich vorher etwas unmotiviert, was das Lesen angeht. Ich fand ihren Charakter vorher nicht sehr sympathisch, weil ich ihr Verhalten nicht nachvollziehen konnte. Doch im Nachhinein find ich ihre Geschichte am besten und fand den Tenor des Buches – nämlich, dass es stille und schüchterne Menschen durchaus drauf haben können – besonders schön. Wie oft erlebt man es schließlich selbst (z.B. im Job), dass die Lauten immer die Aufmerksamkeit bekommen und die ruhigen, schüchternen einfach ohne großes Aufsehen ihre Arbeit gut machen?

Ich bin froh, dass es insgesamt sieben Schwestern sind und da hoffentlich noch einige Fortsetzungen folgen! Es ist immer wieder ein großer Spaß in die Familiengeschichte einzutauchen. Aber auch die anderen Romane von Lucinda Riley sind nur zu empfehlen. Sie hat ein Talent dafür, komplizierte Handlungsstränge aufzubauen und logisch zu erzählen!

Man merkt: Ich bin froh, diese Autorin zufällig gefunden zu haben. Und vielleicht kann ich ja jemanden mit dieser Begeisterung anstecken. 🙂

Liebe Grüße

Su

 

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